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Ein Gedicht von Wolfgang Duncker - www.drfg-th.de
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Ich kam als Gast in euer Land gereist

Ein Gedicht von Wolfgang Duncker

 

Das hätte meine Mutter nie gedacht,

Das ward an meiner Wiege nie gesungen.

Als Schelm,Spion zu schnöder Tat gezwungen

Ward ich geholt in grauer Winternacht.

In enger Zelle wie ein Dieb bewacht

Teil ich die Kerkerluft mit vielen Lungen

Und draußen ließ ich einen kleinen Jungen

Und eine blasse Frau die nicht mehr lacht.

Wer je in diese Hölle eingegangen,

Der lasse Glaube-Liebe-Hoffnung sein,

Ein Wunder nur ließ uns hineingelangen

Ein Wunder nur kann uns daraus befrein.

 

 

Ich kam als Gast in euer Land gereist

Und sah des Schaffens Glück in euren Zonen,

Ich sah die frohe Arbeit von Millionen

Geführt von Stalins Kraft und Lenins Geist.

Ich kam als Gast in euer Land gereist.

Dann machte mich ein Richterspruch zum Spionen

Und Frau und Kind verwitwet und verwaist.

Vier Jahre schon daß man mich Häftling heißt

Und grausam zwingt wie ein Vieh zu fronen

Und wie ein Vieh und unter Vieh zu wohnen

Im Lagerkral von Wächtern eingekreist.

Ich kam in euer Land gereist.

 

Wolfgang Duncker

*1909 Stuttgart

+1942 Workuta

 

Ehefrau und Sohn überlebten.

Sohn Boris lebt heute in der Schweiz.Anlässlich einer Ausstellung gleichen Titels weilte er in Berlin und ua. in Bernau,

Die dortige Gewerkschaftsschule war langjährige Wirkungsstätte seines Großvaters Hermann Dunker.



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